Toxic Substances Control Act: TSCA-Pflichten für Hersteller, Importeure und Lieferanten

Stand August 2026

Behälter mit Warnzeichen vor toxischen Substanzen

Toxic Substances Control Act: TSCA-Pflichten für Hersteller, Importeure und Lieferanten

Der Toxic Substances Control Act, kurz TSCA, ist eines der wichtigsten Chemikaliengesetze der USA. Er gibt der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA weitreichende Befugnisse zur Bewertung und Regulierung chemischer Stoffe und Gemische.

TSCA kann nicht nur US-amerikanische Hersteller und Importeure betreffen. Auch europäische Unternehmen müssen die Anforderungen berücksichtigen, wenn sie Chemikalien, Gemische, Materialien, Bauteile oder fertige Produkte in die USA liefern oder ihren Kunden die notwendigen Stoffinformationen bereitstellen müssen.

TSCA kurz erklärt

  • TSCA regelt zahlreiche industrielle Chemikalien in den USA.
  • Herstellung im Sinne des TSCA umfasst grundsätzlich auch den Import.
  • Das TSCA Inventory unterscheidet zwischen bestehenden und neuen Chemikalien.
  • Neue Chemikalien können vor Herstellung oder Import eine Meldung an die EPA erfordern.
  • Für bestimmte Verwendungen bestehen Verbote, Beschränkungen oder Meldepflichten.
  • Importeure müssen für viele chemische Sendungen eine TSCA-Importzertifizierung abgeben.
  • Auch Stoffe in Erzeugnissen können von einzelnen TSCA-Regeln erfasst sein.

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Was ist der Toxic Substances Control Act?

Der Toxic Substances Control Act ist ein US-amerikanisches Bundesgesetz zur Kontrolle chemischer Stoffe. Das Gesetz wurde 1976 verabschiedet und 2016 durch den Frank R. Lautenberg Chemical Safety for the 21st Century Act umfassend geändert.

Die zuständige Behörde ist die United States Environmental Protection Agency, kurz EPA. Sie kann unter TSCA unter anderem:

  • Informationen über chemische Stoffe verlangen,
  • Prüf- und Aufzeichnungspflichten festlegen,
  • neue Chemikalien vor ihrem Markteintritt bewerten,
  • bestehende Chemikalien einer Risikobewertung unterziehen,
  • bestimmte Verwendungen beschränken oder verbieten,
  • Import- und Exportanforderungen festlegen und
  • Verstöße untersuchen und sanktionieren.

TSCA ist kein einzelnes Stoffverbot. Das Gesetz bildet vielmehr einen umfassenden regulatorischen Rahmen mit unterschiedlichen Pflichten für Stoffe, Gemische, Verwendungen und teilweise auch Erzeugnisse.

Welche Produkte und Stoffe fallen unter TSCA?

TSCA gilt grundsätzlich für zahlreiche organische und anorganische chemische Stoffe, Polymere sowie Stoffe mit unbekannter oder variabler Zusammensetzung, komplexe Reaktionsprodukte und biologische Materialien, die unter den gesetzlichen Chemikalienbegriff fallen.

Bestimmte Produktgruppen werden überwiegend durch andere US-Gesetze reguliert und sind hinsichtlich ihrer entsprechenden Verwendung vom TSCA-Chemikalienbegriff ausgenommen. Dazu können unter anderem gehören:

  • Pestizide
  • Lebensmittel und Lebensmittelzusatzstoffe
  • Arzneimittel
  • Kosmetika
  • Tabak und Tabakerzeugnisse
  • Bestimmte nukleare Materialien
  • Bestimmte Waffen und Munition

Die Ausnahme hängt von der konkreten Verwendung ab. Derselbe chemische Stoff kann für eine Verwendung unter ein anderes US-Gesetz fallen und für eine andere industrielle Verwendung TSCA unterliegen.

Welche Unternehmen können von TSCA betroffen sein?

TSCA kann insbesondere folgende Unternehmen betreffen:

  • Hersteller chemischer Stoffe in den USA
  • Importeure von Chemikalien und Gemischen
  • Importeure bestimmter Erzeugnisse und Fertigprodukte
  • Verarbeiter und industrielle Anwender
  • Distributoren und Händler
  • Exporteure bestimmter regulierter Chemikalien
  • Europäische Hersteller und Zulieferer von US-Importeuren
  • Unternehmen mit Produktions- oder Vertriebsgesellschaften in den USA

Europäische Unternehmen sind häufig indirekt betroffen. Der US-Importeur benötigt von ihnen eindeutige Stoffidentitäten, CAS-Nummern, Konzentrationen, Verwendungsinformationen und Angaben zu anwendbaren TSCA-Regeln.

Was ist das TSCA Chemical Substance Inventory?

Das TSCA Chemical Substance Inventory ist das zentrale Verzeichnis der unter TSCA als bestehend geltenden Chemikalien. Es enthält mehr als 86.000 Stoffe und wird von der EPA regelmäßig aktualisiert.

Für die regulatorische Einordnung gilt grundsätzlich:

  • Stoff im TSCA Inventory: Der Stoff gilt grundsätzlich als bestehende Chemikalie.
  • Stoff nicht im TSCA Inventory: Der Stoff gilt grundsätzlich als neue Chemikalie.

Die Aufnahme in das Inventory bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Stoff ohne weitere Prüfung hergestellt, importiert oder für jede beliebige Anwendung verwendet werden darf. Inventory-Einträge können mit regulatorischen Kennzeichnungen versehen sein. Zusätzlich können Significant New Use Rules, Anordnungen, Beschränkungen, Meldepflichten oder andere Vorschriften gelten.

Was bedeuten aktive und inaktive Stoffe im TSCA Inventory?

Das TSCA Inventory unterscheidet unter anderem zwischen aktiven und inaktiven Stoffen. Ein aktiver Stoff wurde innerhalb des maßgeblichen Zeitraums für eine gewerbliche Herstellung, Verarbeitung oder Einfuhr gemeldet. Ein inaktiver Stoff ist zwar weiterhin im Inventory enthalten, wurde aber nicht als aktiv gemeldet.

Soll ein inaktiver Stoff wieder für einen nicht ausgenommenen kommerziellen Zweck hergestellt oder importiert werden, kann vor Beginn der Tätigkeit eine Mitteilung an die EPA erforderlich sein.

Die Prüfung darf sich deshalb nicht auf die Frage beschränken, ob eine CAS-Nummer irgendwo im Inventory erscheint. Auch Status, Stoffidentität, Vertraulichkeitsangaben und regulatorische Kennzeichnungen müssen berücksichtigt werden.

Was gilt für neue Chemikalien?

Eine Chemikalie, die nicht im TSCA Inventory enthalten ist, gilt grundsätzlich als neue Chemikalie. Wer einen solchen Stoff für einen nicht ausgenommenen kommerziellen Zweck in den USA herstellen oder importieren möchte, muss der EPA regelmäßig mindestens 90 Tage vor Beginn eine Premanufacture Notice übermitteln.

Die Premanufacture Notice wird als PMN bezeichnet. Sie enthält unter anderem verfügbare Informationen zur:

  • Identität des Stoffes,
  • vorgesehenen Herstellung oder Einfuhr,
  • Verwendung und Verarbeitung,
  • Exposition von Beschäftigten und Verbrauchern,
  • Freisetzung in die Umwelt,
  • Entsorgung sowie
  • Gesundheits- und Umweltwirkung.

Die EPA bewertet den Stoff vor dem Markteintritt. Als Ergebnis kann sie die Tätigkeit zulassen, Bedingungen festlegen, zusätzliche Informationen verlangen oder Herstellung, Import, Verarbeitung, Verwendung beziehungsweise Vertrieb beschränken.

Nach dem erstmaligen Beginn der nicht ausgenommenen kommerziellen Herstellung oder Einfuhr muss der ursprüngliche Anmelder grundsätzlich eine Notice of Commencement übermitteln. Erst anschließend wird der Stoff als bestehende Chemikalie in das TSCA Inventory aufgenommen.

Was ist eine Significant New Use Rule?

Eine Significant New Use Rule, kurz SNUR, legt fest, welche Tätigkeiten mit einer bestimmten Chemikalie als bedeutende neue Verwendung gelten. Ein Unternehmen, das eine solche Verwendung aufnehmen möchte, muss regelmäßig mindestens 90 Tage vorher eine Significant New Use Notice einreichen.

Eine SNUR kann sich beispielsweise auf folgende Aspekte beziehen:

  • bestimmte industrielle oder gewerbliche Verwendungen,
  • Verbraucherprodukte,
  • Arbeitsschutzmaßnahmen,
  • Freisetzungen in Wasser, Luft oder Boden,
  • Produktkonzentrationen,
  • Produktionsmengen oder
  • die Verwendung eines Stoffes in bestimmten Erzeugnissen.

Auch wenn ein Stoff im TSCA Inventory enthalten ist, kann eine neue Verwendung daher meldepflichtig sein. Inventory-Prüfung und SNUR-Prüfung müssen getrennt durchgeführt werden.

Welche TSCA-Anforderungen gelten beim Import in die USA?

TSCA definiert die Einfuhr grundsätzlich als Herstellung. US-Importeure können deshalb dieselben materiellen Anforderungen treffen wie inländische Hersteller.

Für viele eingeführte Chemikalien und Gemische muss der Importeur gegenüber der US-Zollbehörde eine TSCA-Zertifizierung abgeben. Dabei wird zwischen positiver und negativer Zertifizierung unterschieden.

Zertifizierung Bedeutung
Positive TSCA-Zertifizierung Die Stoffe der Sendung unterliegen TSCA und entsprechen den anwendbaren TSCA-Regeln und Anordnungen.
Negative TSCA-Zertifizierung Die Chemikalien der Sendung unterliegen nicht TSCA, beispielsweise aufgrund einer gesetzlich ausgenommenen Verwendung.

Die Zertifizierung wird durch den US-Importeur oder einen bevollmächtigten Vertreter abgegeben. Europäische Lieferanten müssen dem Importeur die Informationen zur Verfügung stellen, die er für eine korrekte Bewertung und Zertifizierung benötigt.

Benötigen Erzeugnisse eine TSCA-Importzertifizierung?

Für Chemikalien, die Bestandteil eines Erzeugnisses sind, ist grundsätzlich nicht immer eine TSCA-Importzertifizierung erforderlich. Einzelne stoffbezogene Regeln können jedoch ausdrücklich Anforderungen oder Beschränkungen für Erzeugnisse festlegen.

Deshalb darf aus dem allgemeinen Grundsatz keine pauschale Befreiung sämtlicher Bauteile und Fertigprodukte abgeleitet werden. Vor dem Export sollten Unternehmen prüfen:

  • ob es sich regulatorisch tatsächlich um ein Erzeugnis handelt,
  • welche Chemikalien im Produkt enthalten sind,
  • ob eine stoffbezogene TSCA-Regel auch Erzeugnisse erfasst,
  • ob eine SNUR für Stoffe in Erzeugnissen gilt,
  • ob besondere Kennzeichnungs- oder Aufzeichnungspflichten bestehen und
  • welche Informationen der US-Importeur benötigt.

Welche fünf PBT-Chemikalien regelt TSCA Section 6(h)?

TSCA Section 6(h) enthält besondere Regelungen für bestimmte persistente, bioakkumulierbare und toxische Chemikalien. Die EPA hat 2021 Regeln für fünf PBT-Chemikalien erlassen. Für DecaBDE und PIP (3:1) wurden diese Vorschriften 2024 geändert.

PBT-Chemikalie Abkürzung Mögliche Verwendungen oder Vorkommen
Decabromdiphenylether DecaBDE Flammschutzmittel in Kunststoffen, Textilien, Kabeln und anderen Materialien
Phenol, isopropyliertes Phosphat (3:1) PIP (3:1) Flammschutzmittel und Weichmacher, beispielsweise in Kunststoffen, Beschichtungen, Klebstoffen und Schmierstoffen
2,4,6-Tris(tert-butyl)phenol 2,4,6-TTBP Kraftstoffzusätze und kraftstoffbezogene Anwendungen
Hexachlorbutadien HCBD Industrielle Verwendungen und mögliches Nebenprodukt chemischer Prozesse
Pentachlorthiophenol PCTP Bestimmte Anwendungen in Gummi und industriellen Materialien

Die Regeln enthalten je nach Stoff und Verwendung unterschiedliche Verbote, Beschränkungen, Übergangsfristen, Ausnahmen und Aufzeichnungspflichten. Es wäre deshalb nicht korrekt, sämtliche fünf Stoffe pauschal für jede Verwendung als vollständig verboten zu bezeichnen.

Unternehmen müssen für jeden Stoff konkret prüfen:

  • welche Tätigkeit reguliert wird,
  • ob Stoffe, Gemische oder Erzeugnisse erfasst sind,
  • ob eine Ausnahme oder verlängerte Übergangsfrist gilt,
  • welche Konzentrationsgrenzen relevant sind,
  • welche Aufzeichnungen aufbewahrt werden müssen und
  • ob spätere Änderungen der EPA berücksichtigt wurden.

Welche Bedeutung hat PIP (3:1) für Unternehmen?

PIP (3:1) wurde unter anderem als Flammschutzmittel und Weichmacher verwendet. Der Stoff kann beispielsweise in Kunststoffen, Gummi, Klebstoffen, Beschichtungen, Dichtungsmitteln, Hydraulikflüssigkeiten und Schmierstoffen vorkommen.

Die weit verzweigten Verwendungsmöglichkeiten führten insbesondere bei komplexen Industrieprodukten und Ersatzteilen zu erheblichen Herausforderungen. Die EPA änderte 2024 deshalb bestimmte Anforderungen und Fristen für PIP (3:1) und DecaBDE.

Unternehmen sollten nicht ausschließlich mit veralteten Lieferantenerklärungen oder den ursprünglichen Fristen aus dem Jahr 2021 arbeiten. Maßgeblich ist die aktuelle Fassung der jeweiligen EPA-Regel einschließlich aller Ausnahmen und Übergangsbestimmungen.

Welche weiteren Stoffregeln kann TSCA enthalten?

Neben den PBT-Regeln bestehen unter TSCA zahlreiche weitere stoff- und produktspezifische Anforderungen. Beispiele sind Regelungen zu:

  • Asbest
  • Polychlorierten Biphenylen
  • Quecksilber
  • Methylenchlorid
  • Trichlorethylen
  • bestimmten Lösungsmitteln
  • Formaldehydemissionen aus Holzwerkstoffen
  • bleihaltigen Farben und Renovierungsarbeiten

Die regulatorische Lage entwickelt sich fortlaufend weiter. Die EPA bewertet bestehende Chemikalien, erlässt Risikomanagementregeln und kann Verwendungen, Arbeitsschutzmaßnahmen, Kennzeichnungen, Konzentrationen oder den Vertrieb beschränken.

Was ist TSCA Title VI?

TSCA Title VI enthält Anforderungen an Formaldehydemissionen aus bestimmten Verbundholzprodukten. Erfasst sein können unter anderem Hartholzsperrholz, Spanplatten, mitteldichte Faserplatten sowie Bauteile und Fertigprodukte, die solche Materialien enthalten.

Je nach Rolle und Produkt können unter anderem folgende Anforderungen bestehen:

  • Einhaltung festgelegter Emissionsgrenzwerte
  • Prüfung und Zertifizierung durch anerkannte Stellen
  • Kennzeichnung betroffener Produkte
  • Aufbewahrung bestimmter Unterlagen
  • Lieferantenerklärungen zur TSCA-Title-VI-Konformität
  • besondere Importzertifizierung für regulierte Verbundholzprodukte

TSCA Title VI ist von der allgemeinen Prüfung des TSCA Inventory und den PBT-Regelungen zu unterscheiden.

Welche Melde- und Aufzeichnungspflichten bestehen unter TSCA?

TSCA enthält unterschiedliche Melde- und Aufzeichnungspflichten. Ob eine konkrete Verpflichtung besteht, hängt von Stoff, Tätigkeit, Unternehmensgröße, Produktions- oder Importmenge und anwendbarer Einzelregelung ab.

Zu den relevanten Regelungsbereichen können gehören:

  • Premanufacture Notices für neue Chemikalien
  • Significant New Use Notices
  • Chemical Data Reporting
  • Meldungen über erhebliche nachteilige Reaktionen
  • Übermittlung bestimmter Gesundheits- und Sicherheitsstudien
  • Aufzeichnungen nach stoffbezogenen Section-6-Regeln
  • Import- und Exportmeldungen
  • PFAS-Berichterstattung nach TSCA Section 8(a)(7)

Eine TSCA-Konformitätserklärung sollte deshalb nicht pauschal abgegeben werden, ohne zuvor die für das konkrete Unternehmen anwendbaren Vorschriften zu bestimmen.

Welche PFAS-Berichtspflichten bestehen unter TSCA?

TSCA Section 8(a)(7) sieht umfangreiche Berichts- und Aufzeichnungsanforderungen für bestimmte PFAS vor, die seit 2011 in den USA hergestellt oder importiert wurden. Unter TSCA gilt der Import grundsätzlich ebenfalls als Herstellung.

Abhängig von der jeweils geltenden Fassung können auch PFAS in Gemischen oder importierten Erzeugnissen relevant sein. Die EPA hat Termine und mögliche Änderungen am Anwendungsbereich mehrfach angepasst. Unternehmen sollten daher die aktuelle EPA-Regel und die jeweils geltenden Meldefristen unmittelbar vor der Bewertung überprüfen.

Zu den potenziell erforderlichen Informationen gehören:

  • Identität und chemische Struktur des PFAS,
  • Herstellungs- oder Importmengen,
  • Verwendungen und Produktkategorien,
  • mögliche Nebenprodukte,
  • Exposition von Beschäftigten,
  • Entsorgungs- und Freisetzungsinformationen sowie
  • vorhandene Gesundheits- und Umweltdaten.

Unternehmen sollten ihre historische Datenlage, Lieferantenkommunikation und Importaufzeichnungen rechtzeitig prüfen.

Welche Informationen sollten Lieferanten bereitstellen?

Eine belastbare TSCA-Prüfung benötigt eindeutige Stoff- und Produktinformationen. Allgemeine Erklärungen wie „TSCA compliant“ sind häufig nicht ausreichend, wenn die Grundlage und der genaue Geltungsbereich nicht erkennbar sind.

Eine strukturierte Lieferantenanfrage sollte insbesondere folgende Informationen erfassen:

  • Eindeutige Artikel-, Material- und Versionsnummer
  • Vollständige chemische Stoffidentitäten
  • CAS-Nummern oder andere Identifikatoren
  • Konzentrationen oder Konzentrationsbereiche
  • Status im TSCA Chemical Substance Inventory
  • Aktiv- oder Inaktivstatus, soweit relevant
  • Anwendbare SNURs oder Section-5-Anordnungen
  • Betroffenheit durch Section-6-Regeln
  • Vorkommen der fünf PBT-Chemikalien
  • Verwendungs- und Expositionsinformationen
  • Angaben zu TSCA Title VI
  • Informationen zu PFAS
  • Datum und Geltungsbereich der Erklärung

Auch Stoffinformationen, die in Europa für REACH oder RoHS erhoben wurden, sollten nicht ungeprüft als vollständiger TSCA-Nachweis übernommen werden.

Was ist der Unterschied zwischen TSCA, REACH und RoHS?

Regelwerk Gebiet Schwerpunkt
TSCA USA Herstellung, Import, Verarbeitung, Meldung und Beschränkung chemischer Stoffe
REACH Europäischer Wirtschaftsraum Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien
RoHS Europäischer Wirtschaftsraum Beschränkte Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten

Ein Stoff kann unter TSCA anders bewertet oder reguliert sein als unter REACH oder RoHS. Umgekehrt kann eine in Europa relevante Substanz in den USA anderen Anforderungen unterliegen.

Reicht eine REACH- oder RoHS-Erklärung für TSCA aus?

Nein. Eine REACH- oder RoHS-Erklärung ersetzt keine TSCA-Prüfung. Die Rechtsvorschriften verwenden unterschiedliche Stofflisten, Definitionen, Schwellenwerte, Ausnahmen und Bewertungsverfahren.

Besonders bei den PBT-Regeln kann eine ausschließliche Abfrage europäischer Stoffanforderungen zu Datenlücken führen. TSCA-relevante Stoffe und Verwendungen sollten deshalb ausdrücklich in die Lieferantenkommunikation aufgenommen werden.

Welche Folgen können TSCA-Verstöße haben?

Verstöße gegen TSCA können erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Folgen haben. Die konkrete Sanktion hängt von der verletzten Vorschrift, dem Zeitraum, dem Verhalten des Unternehmens und weiteren Umständen ab.

Mögliche Folgen sind:

  • Zivilrechtliche Geldstrafen
  • Strafrechtliche Konsequenzen bei vorsätzlichen Verstößen
  • Zurückhaltung oder Ablehnung von Importsendungen
  • Beschlagnahmung nicht konformer Waren
  • Verkaufs- und Verwendungsbeschränkungen
  • Produktions- oder Lieferunterbrechungen
  • Korrektur- und Nachmeldepflichten
  • Zusätzliche Prüf- und Beratungskosten
  • Verlust von Kundenfreigaben
  • Reputationsschäden

Da mögliche Höchstbeträge regelmäßig angepasst werden können, sollten Unternehmen aktuelle Strafbeträge direkt anhand der geltenden EPA-Vorgaben prüfen.

Wie können Unternehmen TSCA systematisch umsetzen?

  1. US-Marktbezug feststellen: Produkte, Chemikalien und Lieferwege in die USA identifizieren.
  2. Unternehmensrolle bestimmen: Hersteller, Importeur, Verarbeiter, Händler oder ausländischer Lieferant unterscheiden.
  3. Produktstruktur erfassen: Stoffe, Gemische, Materialien, Bauteile und Erzeugnisse dokumentieren.
  4. Stoffidentitäten klären: Chemische Namen, CAS-Nummern und Konzentrationen beschaffen.
  5. Inventory-Status prüfen: Stoffe mit dem aktuellen TSCA Inventory abgleichen.
  6. Regulatorische Kennzeichnungen bewerten: Aktivstatus, SNURs, Anordnungen und andere Flags prüfen.
  7. Section-6-Regeln untersuchen: PBT-Stoffe und weitere beschränkte Chemikalien bewerten.
  8. Importanforderungen bestimmen: Positive oder negative Zertifizierung und Sonderregeln klären.
  9. Meldepflichten prüfen: PMN, SNUN, CDR, PFAS und weitere Meldungen bewerten.
  10. Lieferantendaten validieren: Vollständigkeit, Aktualität und Plausibilität kontrollieren.
  11. Entscheidungen dokumentieren: Bewertung, Quellen, Ausnahmen und Nachweise nachvollziehbar ablegen.
  12. Änderungen überwachen: EPA-Regeln, Stoffstatus, Materialien und Lieferanten fortlaufend aktualisieren.

Häufige Fragen zum Toxic Substances Control Act

Was bedeutet TSCA?

TSCA steht für Toxic Substances Control Act. Das US-amerikanische Bundesgesetz gibt der EPA Befugnisse zur Bewertung, Meldung, Prüfung und Beschränkung chemischer Stoffe.

Gilt TSCA auch für europäische Unternehmen?

Ja. Europäische Unternehmen können direkt oder indirekt betroffen sein, wenn sie Chemikalien, Gemische, Bauteile oder Produkte in die USA liefern oder Stoffinformationen für einen US-Importeur bereitstellen.

Was ist das TSCA Inventory?

Das TSCA Chemical Substance Inventory ist das Verzeichnis der in den USA unter TSCA als bestehend geltenden Chemikalien. Die Aufnahme bedeutet nicht automatisch, dass jede Verwendung uneingeschränkt zulässig ist.

Dürfen nur Stoffe aus dem TSCA Inventory importiert werden?

Nicht im Inventory enthaltene Stoffe gelten grundsätzlich als neue Chemikalien. Vor einer nicht ausgenommenen kommerziellen Herstellung oder Einfuhr kann eine Premanufacture Notice erforderlich sein. Daneben bestehen verschiedene Ausnahmen und besondere Verfahren.

Gilt Import unter TSCA als Herstellung?

Ja. Der TSCA-Begriff der Herstellung umfasst grundsätzlich auch den Import chemischer Stoffe.

Was ist eine PMN?

Eine Premanufacture Notice ist eine Voranmeldung für eine neue Chemikalie. Sie muss regelmäßig mindestens 90 Tage vor einer nicht ausgenommenen kommerziellen Herstellung oder Einfuhr bei der EPA eingereicht werden.

Was ist eine SNUR?

Eine Significant New Use Rule bestimmt Tätigkeiten, die bei einer Chemikalie als bedeutende neue Verwendung gelten. Vor Aufnahme einer solchen Tätigkeit kann eine Significant New Use Notice erforderlich sein.

Was ist eine positive TSCA-Zertifizierung?

Mit einer positiven Importzertifizierung bestätigt der Importeur, dass die Chemikalien der Sendung TSCA unterliegen und allen anwendbaren TSCA-Regeln und Anordnungen entsprechen.

Was ist eine negative TSCA-Zertifizierung?

Mit einer negativen Importzertifizierung erklärt der Importeur, dass die Chemikalien der Sendung nicht TSCA unterliegen, beispielsweise weil sie für eine gesetzlich ausgenommene Verwendung bestimmt sind.

Welche fünf PBT-Stoffe werden unter TSCA Section 6(h) reguliert?

Die fünf PBT-Chemikalien sind DecaBDE, PIP (3:1), 2,4,6-TTBP, HCBD und PCTP. Die konkreten Beschränkungen und Ausnahmen unterscheiden sich je nach Stoff und Verwendung.

Gelten TSCA-PBT-Regeln auch für Erzeugnisse?

Bestimmte TSCA-Regeln erfassen neben Stoffen und Gemischen auch Erzeugnisse. Ob ein konkretes Produkt betroffen ist, muss anhand der jeweiligen stoffbezogenen Vorschrift geprüft werden.

Reicht eine RoHS-Erklärung als TSCA-Nachweis?

Nein. RoHS und TSCA verwenden unterschiedliche Stofflisten, Anwendungsbereiche und Anforderungen. Eine eigenständige TSCA-Bewertung ist erforderlich.

Was ist TSCA Title VI?

TSCA Title VI regelt Formaldehydemissionen aus bestimmten Verbundholzprodukten, Bauteilen und Fertigwaren. Die Vorschriften enthalten unter anderem Prüf-, Zertifizierungs-, Kennzeichnungs- und Dokumentationsanforderungen.

Müssen PFAS unter TSCA gemeldet werden?

TSCA Section 8(a)(7) enthält Berichts- und Aufzeichnungsanforderungen für bestimmte seit 2011 hergestellte oder importierte PFAS. Der konkrete Anwendungsbereich und die aktuellen Fristen müssen anhand der jeweils geltenden EPA-Regel geprüft werden.

Unterstützung bei der TSCA-Compliance

ValueStream Europe unterstützt Unternehmen bei der Bewertung und Umsetzung der für ihre Produkte und Lieferketten relevanten TSCA-Anforderungen.

Zu den möglichen Unterstützungsleistungen gehören:

  • Abgleich chemischer Stoffe mit dem TSCA Inventory
  • Prüfung von Aktivstatus und regulatorischen Kennzeichnungen
  • Identifikation anwendbarer SNURs und Section-6-Regeln
  • Bewertung der fünf PBT-Chemikalien
  • Einholung und Prüfung von Lieferantenerklärungen
  • Ermittlung fehlender Stoff- und Produktinformationen
  • Unterstützung bei der Vorbereitung von Importbewertungen
  • Bewertung von TSCA-Title-VI-Anforderungen
  • Unterstützung bei PFAS-Datenabfragen
  • Aufbau eines fortlaufenden TSCA-Monitorings

Weiterführende Informationen

Hinweis: Diese Seite bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder produktspezifische Einzelfallprüfung. Maßgeblich sind die aktuell geltenden US-Gesetze, EPA-Vorschriften und stoffbezogenen Einzelregelungen.

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